Die Ankunft unserer Babymaus

Es ist soweit, seit nunmehr vier Monaten sind wir 4. Es ist höchste Zeit aufzuschreiben, wie das denn so war.. Die Geburt meiner Babymaus.

Ich hatte eine schöne Schwangerschaft, keine Komplikationen und nur die üblichen Wehwehchen. Am Ende stellte sich bei mir aber eine ‚Schwangerschaftsmüdigkeit‘ ein. Ich hatte das Gefühl, ich werde immer schwanger sein. Mich nervte es, dass jeder sagte ‚Du bist ja immer noch schwanger! Wo ist das Baby?‘ usw. Allein meinen Mini aus der Kita abzuholen war anstrengend, die mitleidigen Blicke der Erzieherinnen machten es nicht besser.

So ging ich am Entbindungstermin noch mit dem Mini zum Kinderturnen und es tat sich nichts. Am Tag darauf musste ich zur Kontrolle ins Krankenhaus, es war alles in Ordnung und ich sollte am übernächsten Tag wiederkommen. Die Ärztin sagte ‚Das dauert noch!‘. Zu diesem Zeitpunkt wurde ich ruhiger, ich plante die nächsten Tage, wollte putzen, einkaufen, backen, kochen und ins Kino. Am Nachmittag fuhren wir dann einkaufen, im Auto auf der Rückfahrt hatte ich meine erste Wehe. Ich war total überrascht und nahm es nicht ernst. (17.30 Uhr)

Zu Hause ging das Programm normal weiter, wir packten aus, machten Abendbrot. Immer wieder hatte ich Wehen, die ich sehr gut aushalten konnte. Beim Abendbrot und im Sitzen kam mir das alles aber schon komisch vor und ich zog mich zurück ins Schlafzimmer. (19 Uhr) Ich lud mir schnell eine Wehenapp herunter und stellte fest, dass die Wehen ca. alle 6 Minuten kamen. Mich irritierte dabei total, dass sie immer nur ca. 30 Sekunden anhielten und war mir immer noch nicht sicher, was das jetzt werden soll. So wartete ich ab. Ich entschloss mich, den ultimativen Wehen-Test zu machen und ging in die Badewanne. Ich mag baden normalerweise nicht gern, daher ist das für mich schon was besonderes. Ich schaute extra noch mal auf die Uhr, 19.30 Uhr, weil ich mindestens 20 Minuten drin bleiben sollte (Hinweis meiner Hebamme).

In der Badewanne bekamen die Wehen schlagartig eine andere Qualität. Sie taten sehr weh und waren nicht mehr so einfach auszuhalten. Ich musste ordentlich veratmen und pustete vor mich hin. Der Mann war beim Mini, guckte kurz rein und rief ohne mich groß zu fragen meine Schwester an. Kurze Zeit später wusste ich schon nicht mehr, wie ich jetzt aus dieser Badewanne kommen soll. Mit Hilfe hat das dann geklappt und ich stand vor dem nächsten Problem: Anziehen. Es war alles kaum noch möglich, die Wehen kamen schnell und heftig. Ich war wahnsinnig dankbar, dass mein Mann einfach handelte. Er gab mir Klamotten, half mir beim Anziehen, schnappte meine Kliniktasche. Um 20 Uhr ist meine Schwester da um den Mini zu hüten. Ich freute mich sie zu sehen, wollte noch so viel sagen, ich wusste ja nicht wie lange das dauert. Es ging nicht. Ich konnte nur auf eine Wehenpause warten und mein Mann und ich rannten (!) zum Auto.

Im Auto angekommen ging es los Richtung Kreißsaal. Diese Autofahrt war die Schlimmste meines Lebens. Die Wehen kamen natürlich weiter sehr schnell und sehr heftig. Trotz dieser starken Schmerzen war ich die ganze Zeit bei klarem Verstand, ich wusste wie weit es noch zum Krankenhaus war. Wir fuhren so zum Kreißsaal wie vor ungefähr vier Jahren, als der Mini geboren wurde. Tja, leider gab es den Weg nicht mehr und wir mussten einen Umweg zurück nehmen. So standen wir dann auf dem Behindertenparkplatz vor dem Haupteingang. Ich konnte nicht mehr laufen, hing mich um meinen Mann und stöhnte. Wir haben die Menschen vor dem Krankenhaus sehr amüsiert glaube ich..

Wir liefen hinein und der Mann rief ‚Wir brauchen einen Rollstuhl!! Schnell!!!‘ So düsten wir in einem Affenzahn durch die Gänge des Krankenhauses. Alle die im Weg standen wurden irgendwie umkurvt oder der Mann rief ‚Aus dem Weg!!‘ Es war wirklich wie im Film. Endlich kamen wir im Kreißsaal an und dort herrschte Ruhe und Entspannung. (20.35 Uhr) Wir konnten direkt in den ersten Kreißsaal fahren, dort kam auch der Mini zur Welt <3. Die erste Frage der Hebamme war, ob dies mein erstes oder zweites Kind ist. Trotz meiner offensichtlich starken Schmerzen war sie sehr ruhig und entspannt, das fand ich gut. Als erstes zog ich mich komplett aus und dachte mal wieder, dass man bei einer Geburt echt jede Scham direkt vor der Türe lassen kann. Keine 5 Minuten da, schon nackig. Egal. CTG natürlich als erstes angeschnallt, ich fragte kurz ob es meiner Tochter gut geht. Ja, ging es, ab da war mir das CTG egal. In einer Wehenpause untersuchte mich die Hebamme, der Muttermund war komplett geöffnet, es war nur noch ein Saum vorhanden. Wir beide waren so erstaunt ‚Wie bitte?? So schnell?‘. Trotzdem waren die Wehen mittlerweile so stark, dass ich ihr immer wieder sagte, ich halte es nicht mehr aus. Woraufhin die Hebamme meinte, dass es jetzt zu spät ist, nix geht mehr. Aber das Baby käme ja gleich. Total irre. Die Hebamme und eine Hebammenschülerin wurden ein bisschen hektisch, sie bereiteten den Wickelplatz vor, kramten in meinen Unterlagen und sagten einer Ärztin Bescheid. Nach einigen Wehen öffnete die Hebamme meine Fruchtblase, das war super angenehm. Ab der nächsten Wehe ging es so schnell, ich spürte ihren Kopf durch mein Becken rauschen, ja wirklich rauschen. Die Hebamme bat mich zu hecheln. Das tat ich und hielt sie damit etwas zurück, in der nächsten Wehe war sie dann komplett geboren und ich holte sie mir sofort hoch. Was für ein irres Gefühl. Es war 20.57 Uhr, wir waren 25 Minuten im Kreißsaal und unsere Tochter war geboren ❤ ❤ ❤ Es war alles gut, mein Mädchen schrie erst ein bisschen um uns dann mit großen Augen anzusehen.

‚Hallo Baby, hallo mein Schatz! Schön, dass du da bist!‘

 

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