Die Sache mit den Kuscheltieren

Schon als ich noch mit dem Minimann schwanger war, gab es viele Anwärter auf den Titel ‚Minimanns erstes und liebstes Kuscheltier’. Viele wollten ihm ein Solches schenken und jeder wünschte sich, dass er es in sein Herz schließt und nicht mehr hergeben will.

Zum Schlafen bekam unser kleiner Mensch am Anfang noch nichts ins Bett, kein Kuscheltier, kein Kissen, gar nichts. Tagsüber akzeptierte er als Trost kein schnödes Kuscheltier, einzig und allein Körperkontakt war das Mittel zur Wahl. Die Monate vergingen und die Kuscheltier-Armee fristete ein einsames Dasein im Kinderzimmer.

Dann begann eine neue Zeit, denn mit etwa drei Monaten fing er an sich für Spielsachen zu interessieren. Der Minimann lernte das Greifen. Ab jetzt durften Kuscheltiere und anderes Baby-Spielzeug am Tag mit in seine Leander-Wiege. Er betastete sehr neugierig, musterte alles ganz genau. Aber auch in dieser Zeit konnte ich keine Zuneigung zu einem bestimmten Stofftier feststellen. Alles war für kurze Zeit interessant, mehr aber auch nicht. Es ging sehr schnell bis er herausfand, dass man Dinge auch schütteln kann. Mit dieser Fähigkeit waren alle Dinge ohne ‚Rasselfunktion’ nach sehr kurzer Zeit zu Ende bespielt und wurden nicht mehr beachtet.

Nachdem unser Minimann ein nicht mehr ganz so kleines Winzigbaby war, traute ich mich während seines Tagschlafes eine Stoffwindel in seiner Nähe zu lassen. Das hatte eigentlich erstmal den Grund, dass ich zum Stillen gleich eine zur Hand hatte.

Ich beobachtete wie sich der kleine Mensch diese Tücher zurechtlegte, sein Gesichtchen darin vergrub, sich einkuschelte und mit einer Hand darin festkrallte. Es beruhigte ihn unheimlich und er schlief damit viel schneller und besser ein. Vorher hat er sich nämlich oft selber geweckt, weil er so mit seinen Ärmchen fuchtelte beim Einschlafen. Das war damit Geschichte. Ich beobachtete ihn immer ganz genau, denn ich muss zugeben: mir war nicht wohl dabei, ich hatte Angst, dass er nicht genug Luft bekommt. Diese Angst zerstreute sich mit der Zeit, denn ich sah und sehe es heute noch: der Minimann liebt seine Kuscheltücher und schläft ohne kaum und sehr schwierig ein.

Sie ersetzen wirklich ein Kuscheltier, denn auch wenn er Trost sucht oder müde ist verlangt er nach einem Tuch. Dann schleppt er es mit sich umher und kuschelt sich ab und zu hinein.

Ich finde das toll und äußerst praktisch, denn der Minimann ist nicht wählerisch, er nimmt jedes Kuscheltuch dankbar an aber am liebsten die, die nach Mama und Papa riechen.

Kuscheltiere kommentiert er jetzt mit dem jeweiligen Tiergeräusch (Schaf=Mäh!, Esel=Ah Ih! Schwein=Grunz grunz! usw. ihm unbekannte Tiere ordnet er den Bekannten zu, so ist und bleibt das Kamel ein ‚Mäh!’, wie macht denn eigentlich ein Kamel? 😉 ), er studiert ihre Mimik, kommentiert in seiner Minimann-Sprache und meistens war es dann auch.

Ich bin gespannt, ob er irgendwann einen treuen tierischen Gefährten an seiner Seite auserwählt oder ob er bei seinen Tüchern bleibt.

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