Schubidu

Ich erinnere mich noch ganz genau daran. Es war im letzten Jahr, unser Minimann war gerade ein paar Tage auf der Welt und wir wieder zu Hause angekommen, als uns seine Cousine samt ihren Eltern besuchte. Sie war zu diesem Zeitpunkt 14 Monate alt und wir sahen sie das letzte Mal mit knapp 12 Monaten. Ich will es nicht übertreiben, aber ich war wirklich sehr überrascht als ich sie sah. Sie war ein ganz anderes Menschlein, so groß, laufend, sie sah auch wirklich ganz anders aus als noch vor zwei Monaten. Ich konnte es gar nicht so richtig begreifen und nur staunen. Sie war vom Baby zum Kleinkind geworden. Ich sagte noch zu ihren Eltern ‚Sie muss einen wahnsinnigen Schub hinter sich haben!‘.

Ich glaube in diesem Schub befindet sich unser Minimann im Moment. Immer öfter erwische ich mich, dass ich ihn betrachte und denke ‚Was sieht er groß aus!‘. Er übt an allen Fronten, will laufen und sprechen auf einmal. Unser Kind bringt Wörter heraus, da kann ich nur staunen und ihm die Zusammenhänge erklären. Wie er mich dabei ansieht ist einfach.. unbeschreiblich. Anders als noch vor ein paar Monaten, er begreift, er versteht, er saugt in sich auf. Er verständigt sich, macht Zusammenhänge klar, erklärt mir seine Welt auf seine Art und Weise. Er kann laufen, braucht aber eine Hand an der er sich festhalten kann. Wenn wir unterwegs sind, wird er unheimlich zappelig bis wir ihn endlich mitlaufen lassen.

Wir haben diesen Schub noch nicht überstanden. Ich weiß nicht, was das Ergebnis sein wird. Ob er lernt mehr zu sprechen oder ob er laufen lernt. Es ist egal, ich glaube nicht mehr, dass laufen der wichtigste Schritt zum Kleinkind ist. Wenn ich ihn sehe, wie er spielt, alleine Türme bauen kann, sämtliche Tiere erkennt und nachmacht, genau weiß wo sich seine Spielsachen befinden usw. usf. dann weiß ich einfach: er macht jetzt den Schritt, im Kopf, es arbeitet in ihm, er ist kein Baby mehr.

Der Schub beschert uns unruhige Nächte, die Hälfte der Nacht schläft er in unserem Bett. Er sucht unsere Nähe und ist manchmal einfach frustriert. Dann ist er stundenlang unzufrieden und weint. Es bleibt nur: Halt geben, bei ihm sein, Nerven bewahren.

Er verändert sich im Moment sehr, er schaut anders in die Welt, entwickelt sich und wird wirklich zum Kleinkind. Es ist sehr verständlich, dass er so unruhig ist im Moment. Seine ganze Welt ist im Wandel.

Wir warten ab und ab und zu flöte ich ein *Oooooohm* alles nur eine Phase…. 😉

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Ein Gedanke zu “Schubidu

  1. Du gibst mit diesem Eintrag wohl allen Mamas Mut…
    Toll geschrieben wie immer.. Und bringt mir ein großes Lächeln aufs Gesicht… Bei uns ist nur ein kleiner Schub eingezogen gerade, aber ich weiß was du meinst… Ich bin gespannt ob ich an deinen Text denken werde, wenn mein Baby zum Kleinkind wird… 🙂
    LG

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