Drei Tage

Die ersten drei Tage der Eingewöhnung sind vorbei.

Der Minimann und ich waren jeweils eine gute Stunde gemeinsam in der Krippe. Ich fand es auch für mich total schön das mitzuerleben. Die Erzieherinnen sind allesamt liebevoll und haben wunderbare Ideen die Kinder zu fordern und zu fördern. Ich mag den Umgang, wie sie mit den Kleinen sprechen und mit Konflikten umgehen. Die Kinder dürfen sich ausprobieren, sie trauen ihnen viel zu. Tun sie sich dabei weh wird getröstet aber auch kein Drama daraus gemacht. Alle Kinder sind gleich. Keines wird bevorzugt oder benachteiligt.

Wir kamen an und der Minimann hatte seinen Platz, in seiner Gruppe, an der Garderobe hatte er schon sein Schildchen und sein Symbol (ein kleines Auto). Überall war alles vorbereitet und seine Erzieherin hat sich Gedanken um ihn gemacht. Überlegt, was ihm gefallen könnte um ihm den Start so einfach wie möglich zu gestalten. Sie hat so feine Antennen für den kleinen Menschen aber auch für mich. Ihr war durchaus bewusst wie aufgeregt ich war, so ließ sie uns ankommen, beruhigte schon durch ihr entspanntes Auftreten und die lockere Art auf meinen kleinen Sohn zuzugehen. Sie wertet nicht. Mein Minimann darf weinen, sie nimmt ihn einfach an wie er ist.

Das alles war und ist mir so enorm wichtig. Deshalb war ich so angespannt und aufgeregt. Ich hatte die meiste Angst, dass mir irgendetwas nicht gefällt, dass ich meinen Sohn nicht gut aufgehoben weiß. Mir fielen sehr große Steine vom Herzen in den letzten Tagen.

All das führte dazu, dass auch mein Junge ankommen konnte. Heute setzte ich ihn im Gruppenraum ab und er war sofort weg. Er krabbelte direkt zu den anderen Kindern. Ich habe es so genossen ihm beim spielen zuzusehen, zu beobachten wie er in der Gruppe agiert. Er ist ein neugieriges, forsches Kind. Nimmt anderen Kindern auch mal was weg, verteidigt seine eroberten Spielsachen so lange er kann. Allerdings wird er dabei nie aggressiv oder handgreiflich. Er geht auf andere Kinder zu, ist sehr offen und interessiert an ihnen. Er war immer mitten im Getümmel. Heute haben sich alle Kinder in einem offenen Nebenraum Bücher angeschaut, er war die ganze Zeit dabei und ich nicht in Sichtweite. Er kam wieder, strahlte mich an, plapperte los als würde er mir erzählen wollen was er erlebt hat. Glaubt mir, ich hatte häufig Tränen der Rührung in den Augen. Er mochte nicht gehen, wollte am liebsten mit in den großen Garten zum spielen mit den anderen Kindern. Morgen lasse ich ihn dann alleine, verabschiede mich und warte auf ihn. Ich bin sehr gespannt. Das ist alles so wahnsinnig aufregend für uns beide. Ich genieße die Zeit, mal wieder, halte es fest. Denn bald ist mein Sohn dort auch zu Hause, er wird sich wohl fühlen und sehr schöne Stunden verbringen. Das ist doch wunderbar, nicht wahr?

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