Von Ärgernissen der Frau Mama

Ich muss (aus verschiedenen Gründen) wieder anfangen zu arbeiten wenn der Minimann ein Jahr alt ist. Daher bin ich auf der Suche nach einem geeigneten KiTa/Tagesmutter-Platz seit mein kleiner Mensch auf der Welt ist. Das gestaltet sich sehr schwierig hier in Berlin. Ich stehe auf vielen, vielen Wartelisten. Bin dafür letztes Jahr fast täglich durch die Gegend getingelt, habe mir die Einrichtungen angesehen und mich vormerken lassen. Ich wurde noch nicht ein einziges Mal angerufen oder sonst wie kontaktiert. Ich bin diejenige die alle ständig anruft und meistens kassiere ich Absagen oder Hinhaltungen. Sehr frustrierend das alles.

Vor kurzem bekam ich einen Tipp von der lieben Frau Blümel. In ihrem Kiez beginnt bald eine neue Tagesmutter ihre Arbeit. Ich rief sofort durch, sprach mit einer äußerst netten Frau, bekam Wartelisten Platz 2 und das erste Mal hatte ich Hoffnung ernsthaft einen Platz für mein Kind zu ergattern. Wir telefonierten und es stellte sich heraus, dass sie ihre Gruppe am liebsten schon ab 1.Juli komplett haben möchte. Das haut nicht hin, da der Minimann erst im August ein Jahr alt wird. Nach einigem hin und her trafen wir uns persönlich. Der erste Eindruck bestätigte sich, sie ist eine sehr sympathische, offene Frau. Die Räume sind wunderschön und liebevoll gestaltet. Es passte einfach alles, wir verstanden uns sehr gut. Sie empfand das genauso und betonte, dass der Minimann ganz toll in ihre Gruppe passen würde. Das Problem: unser KiTa-Gutschein ist noch nicht da und sie braucht ihn um einen Vertrag mit uns abschließen zu können. Der Plan: auf zum Jugendamt, fragen wie weit der Antrag schon bearbeitet wurde und eine Bestätigung einholen, dass die Unterlagen eingegangen sind und bearbeitet werden.

Ich war wirklich guter Dinge, denn ich finde, es ist kein Problem mir schriftlich zu bestätigen, dass ich diesen Gutschein beantragt habe. Also auf ins Jugendamt zur Sprechstunde, wir warteten zwei Stunden und kamen dann ins Zimmer unserer Sachbearbeiterin. Ich habe noch nie, wirklich noch nie, so einen überheblichen, selbstgefälligen Menschen erlebt. Ich schilderte ihr meine Situation und mein Problem. Ohne den Gutschein oder zumindest einer schriftlichen Bestätigung geht mir der Platz verloren und ich bin womöglich arbeitslos. Sie lachte darüber und meinte ‚Tja, das ist einfach Pech. So geht es anderen schließlich auch.‘ Ich war wirklich fassungslos über so wenig Verständnis. Sie hielt mir einen Vortrag über zu wenig Zeit, zu viel Arbeit und wie schlecht sie es überhaupt hat bei der ganzen Arbeit. Ich überlegte hin und her, arbeitete im Geiste wie ich diese Frau dazu kriege einen Schritt auf mich zuzugehen. Nichts. Egal was ich sagte blockte sie mit einem schnippischen Kommentar ab. Sie machte mir sehr deutlich, dass es ihr und sämtlichen Kollegen vollkommen egal ist, ob ich diesen Platz bekomme oder ob ich dann vielleicht arbeitslos bin. Ich erfuhr, dass unser Antrag noch ungesichtet in irgendeinem Ordner liegt. Die Bearbeitung wird noch dauern.

Also stehe ich jetzt da: ohne Gutschein. Vermutlich kriege ich ihn Mitte Juli und am 1. August soll die Eingewöhnung losgehen. Das sind zwei Wochen Zeit noch irgendwo unterzukommen. In meinen Augen und aus jetziger Sicht völlig unmöglich. Ich werde noch einmal mit der favorisierten Tagesmutter sprechen, vielleicht können wir trotzdem einen Vertrag machen in dem wir ihr versichern, dass sie das Geld für den Platz bekommen wird. Der Gutschein kommt ja, irgendwann. Es kommt wirklich auf ihre Gutmütigkeit an. Denn sie hat mir schon gesagt, dass ihre Warteliste voll ist mit Familien die einen Gutschein haben. Damit ist meine Hoffnung ehrlich gesagt sehr gering…

tbc

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5 Gedanken zu “Von Ärgernissen der Frau Mama

  1. Scheiße…

    Ich hab ja auch so meine Erfahrungen mit dem JA machen dürfen (generell mit Ämtern) und es ist furchtbar, wie man dort abgefertigt wird.
    Wenn die was von einem wollen, sind die ganz flott dabei. Aber wehe…man möchte mal was von denen…

    Ich wünsche dir/euch von Herzen Glück, dass es klappt!

  2. Oje, tut mir leid, dass Du so einen Stress damjt hast. Tja, als Beamte muss man ja auch nicht kundenorientiert arbeiten.

    Ich erinnere mich bei solchen Erzählungen immer gern daran, wie man mir vor dem Umzug erzählte, dass es in Berlin viiieeel einfacher sei, einen Betreuungsplatz zu finden, die würden einem praktisch nachgeworfen, oft schon ab einem Alter von sechs Monaten. So ganz hat sich das bisher nicht bewahrheitet (oder die können verdammt schlecht zielen).

    Ich drücke Dir die Daumen!

    LG, Susanne

  3. Was für eine Frechheit von dieser Frau dort! Es kann doch einem nicht egal sein, dass du auf diesen Platz angewiesen bist. Der Frau wäre ich wohl ins Gesicht gesprungen.

    (Und ich ignorieren mal die Vorurteile über Beamte, denn ich glaube nicht dass ihre Art etwas mit ihren Beruf zu tun hat. Manche Menschen sind einfach so ignorant.)

  4. Solche Menschen… *tief ein und wieder ausatme*. Ich kann da auch ein Lied von singen.. Vorne rum „Jaaa, ich red mal mit meinem Chef, ob wir da was machen können, DAS WIRD SCHON, ich kanns Ihnen eigentlich schon versprechen“ und hinten rum NICHTS tun und dann nicht mal die Eier inner Hose haben, uns persönlich (Telefon, mail) Bescheid zu geben.

    *grml*

    Ich wünsch euch ganz, ganz, gaaanz viel Glück!

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