Schwesterliebe

Früher in unserer Kindheit/Pubertät herrschte zwischen mir und meiner Schwester eine Hass-Liebe. Wir testeten aneinander unsere Grenzen aus, waren richtig fies zueinander manchmal, aber wir wussten wo Schluss ist. Vor allem war immer klar, dass kein Streit dauerhaft war, dass wir uns immer wieder vertragen werden, dass wir immer zueinander stehen werden.

Heute liebe ich meine Schwester. Sehr sogar.

Sie ist die weltbeste Tante die ich mir für unseren Minimann vorstellen kann.

Sie war die Erste, die ich anrief als ich erfahren habe, dass ich schwanger bin. Völlig aus dem Häuschen und außer sich vor Freude kreischte sie mir ins Ohr. Das war wundervoll. Seitdem begleitete sie mich. Hin und wieder zu einer Vorsorgeuntersuchung und am Ende der Schwangerschaft war sie immer an meiner Seite wenn ich ins Krankenhaus zum CTG musste. Wir haben Tränen gelacht im Wartezimmer, sie nahm mir meine ganzen Sorgen, lenkte mich von dieser unglaublichen Aufregung ab. Wir lauschten fasziniert dem Herzklopfen vom Minimann und konnten es nicht erwarten ihn endlich auch zu sehen. Sie hatte immer diesen wahnsinnigen Optimismus und behielt auch einen realistischen Blick auf die Dinge. (z.B. Aussagen der Ärzte).

An einem Tag wurde dann die Geburt eingeleitet. Sie war dabei. (Das wurde spontan in der Klinik entschieden, deshalb war der Herzensmann nicht dabei. Er kam dann aber natürlich gleich als klar war, dass es losgehen sollte.) Wir saßen im Kreißsaal und quatschen ganz entspannt, unvorstellbar, dass es bald soweit war. Dann kam mein Liebster, völlig aufgeregt dazu und war überrascht wie entspannt ich war. Mein Schwesterlein holte uns noch was zu essen. Überhaupt hat sie uns wahnsinnig unterstützt in der Situation. Sie hat unseren Eltern Bescheid gegeben, sonst alles abgeschirmt (weil ich das so wollte), hat mich mit Wasser versorgt und all das was nötig war getan, damit der Mann und ich uns voll auf uns und unser Kind konzentrieren konnten. Das war toll.

Jetzt ist der Minimann da, ihr Neffe und ganzer Stolz. Es ist einfach wundervoll wie sie mit ihm umgeht und er strahlt sie dafür an. Sie ist so glücklich über jedes Lächeln von ihm. Die beiden spielen toll zusammen und ich schaue ihnen gern dabei zu.

Sie ist im Moment die einzige (und meine Eltern, die wohnen aber etwas weiter weg) bei der ich den Minimann alleine lasse für ein paar Stunden. Sie ist mittlerweile eine Bezugsperson für ihn geworden und das klappt ganz wunderbar.

Ich kann mich auf sie verlassen. Als ich so oft krank war, hat sie die Uni geschwänzt um mir den Kleinen abzunehmen, damit ich schlafen kann. Sie nimmt ihn wenn ich zum Arzt muss, egal was sie dafür ausfallen lassen muss. Egal was ist, ich muss sie nur anrufen und sie ist da. Das weiß ich sehr zu schätzen und bin ihr wahnsinnig dankbar.

Wir haben also ein super Verhältnis und ich bin froh, dass ich sie habe ❤

Unser super Verhältnis zueinander ist ein Grund warum der Minimann kein Einzelkind bleiben soll. Ich möchte ihm das nicht verwehren, dieses besondere Verhältnis zu einer/einem Schwester/Bruder. 

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